Die Bergische Universität Wuppertal (BUW) hat in ihrem Hochschulentwicklungsprozess für den Zeitraum 2026–2035 vier strategische Schwerpunktfelder definiert — eines davon ist das Aktivitätsfeld III: „Shaping Sustainable Societal Transformation“. Die BUW sitzt im Herzen der Rhein-Ruhr-Region, einem industriell geprägten Raum mit Transformationsbedarf. Diese konkrete Ausgangslage macht das Aktivtitätsfeld III besonders praxisrelevant und sichtbar.
Das zentrale Ziel dieses Feldes ist es, gesellschaftlichen Wandel nicht nur zu analysieren, sondern aktiv mitzugestalten: Es geht darum, wie Gesellschaften — lokal wie global — in Richtung Nachhaltigkeit bewegt werden können, unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer, technischer und kultureller Dimensionen.
Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein technisches oder ökologisches Thema, sondern betrifft Wirtschaft, Kultur, Stadtentwicklung, Bildung, Partizipation und mehr. Mit Rückgriff auf den Brundtland-Report beutet Nachhaltigkeit darüber hinaus, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu erfüllen, ohne die Möglichkeiten und Chance auf ein lebenswertes Leben zukünftiger Generationen zu gefährden.
Die dafür notwendige gesellschaftliche Transformation stellt einen Prozess dar, in dem etablierte Strukturen, Verhaltensweisen, Praktiken und Institutionen so verändert werden, dass sie zukünftig im Sinne von sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Teilhabe, ökologischer Tragfähigkeit und ökonomischer Lebensfähigkeit kohärent miteinander funktionieren.
Für die Transformationsforschung bedeutet dies, dass wir Systemwissen (Problemanalyse), Zielwissen (Visionsentwicklung) und Transformationswissen (Experimentieren und Lernen) benötigen. Dieses Wissen muss interdisziplinär wie transdisziplinär gewonnen werden. Interdisziplinär stellt sich die Frage, wie bestehende Normen, Werte, Institutionen und Strukturen so verändert werden können, dass unser Handeln im Rahmen planetarer Grenzen bleibt. Dazu ist transdisziplinär das Wissen von Unternehmen, Zivilgesellschaft, Kultur und Politik einzubeziehen und mit ihnen gemeinsam Gestaltungsoptionen auszuloten.
Im Aktivitätsfeld III steht ein inter- und transdisziplinärer Zugang im Zentrum, d. h. Forschende aus Geistes-, Kultur-, Sozial-, Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Praxisakteur*innen vernetzen sich. Einige typische Themen und Zugänge:
Diese vielfältigen Fragestellungen liefern die Grundlage für eine umfassende inter- und transdisziplinäre Strategie für unsere ganzheitlich orientierte Transformationsforschung im Aktivitätsfeld III.
Das Aktivitätsfeld III verbindet die zentralen Bereiche Forschung, Lehre und Transfer auf synergetische Weise:
Das bedeutet: Wer sich diesem Aktivitätsfeld anschließt, bekommt die Chance nicht nur zu lernen, sondern mitzuwirken – in Forschung, Gestaltung und Veränderung.
Das Aktivitätsfeld III lebt vom Engagement unterschiedlicher Zielgruppen – Studierende, Forschende und Partner*innen aus Praxis.
Hinter dem Aktivitätsfeld III stehen zentrale Prinzipien, die das Vorgehen prägen:
Shaping: Systemisches Denken und Analyse: Wechselwirkungen von Technik, Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft werden untersucht und analysiert. Reflexivität: Eigenes Handeln, eigene Rolle im Wandel wird reflektiert; Zukunftsnarrative werden hinterfragt und neu gedacht. Transdisziplinarität & Gestaltungsoffenheit: Fachgrenzen werden überschritten, Wissenschaft trifft Praxis.
Human Futures: In welcher Gesellschaft wollen wir angesichts der derzeitigen Herausforderungen leben? Wie gelingt Transformation hin zu einer nachhaltigeren, zukunftsfähigen Gesellschaft.
Through Action: Handlungsorientierung: Theorie trifft Praxis – es geht nicht nur um wissen, sondern darum, etwas zu bewegen. Motivation: Menschen beteiligen sich selbstbestimmt an Nachhaltigkeitsprojekten aufgrund ihrer Einsicht in deren Sinnhaftigkeit.
Participation & Inclusion: Wandel gelingt nur, wenn er mit Akteur*innen passiert – nicht nur für sie. Sicht- und Hörbarmachung, gerechte Teilhabe aller Beteiligten.
And Equity: Transformationsprozesse – etwa Energiewende, Agrarwende, Digitalisierung – greifen tief in Lebensverhältnisse ein. Wenn sie als ungerecht empfunden werden, erzeugen sie Widerstand. Wenn Menschen sich jedoch als Teil einer gleichberechtigen Gesellschaft erleben – nicht als privilegierte oder abgehängte Gruppe – entsteht Bereitschaft für kollektive Zukunftsgestaltung.
Ein paar konkrete Beispiele zeigen, wie das Aktivitätsfeld bereits wirkt:
Auch in den kommenden Jahren wird es darum gehen, Gesellschaften resilienter zu machen – gegenüber Klimakrise, Ressourcenknappheit, Digitalisierung, demografischem Wandel...
Hochschulen übernehmen eine Schlüsselrolle: nicht nur als Wissensvermittler, sondern als Transformationsakteure.
Partizipative Formate, z. B. Co-Design mit Bürger*innen, Living Labs, Kunstinterventionen gewinnen an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund eröffnet das Aktivitätsfeld innovative Zugänge zu zentralen Zukunftsfragen:
Liebe Kolleg*innen,
das Aktivitätsfeld 3 “Shaping sustainable societal transformation (SHAPE)” lädt am 24.04.2026, voraussichtlich von 10:00 bis 16:00 Uhr zu einem ko-kreativen Workshop zur strategischen Vernetzung für Forschende an der BUW ein.
Der WS soll mögliche Synergiepotenziale und Komplementaritäten zwischen unseren Forschungsfeldern identifizieren und für gemeinsame (Forschungs-)Projekte mit Bezug zum Aktivitätsfeld nutzbar machen.
Einen ersten Schwerpunkt hat sich die Initiativgruppe des Aktivitätsfeldes mit dem Thema „nachhaltige (grüne) Stadt der Zukunft“ gesetzt. Dieses Thema kann unterschiedliche Disziplinen aus Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften vereinen und eignet sich daher hervorragend für interdisziplinäre Forschung.
Der Workshop wird von Mitarbeitenden des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit in Potsdam (RIFS) vorbereitet und (mit Hilfe inhaltsbezogener Methoden) moderiert.
Eine Einladung mit Agenda folgt in einigen Wochen.
Für Rückfragen wenden Sie sich an: shape@uni-wuppertal.de
Gerne können Sie diese Mail an interessierte wissenschaftliche Mitarbeiter*innen weiterleiten!
Katharina Peetz für die Initiativgruppe